Kastanien-Buchweizen-Knäckebrot

Veröffentlicht: Freitag, 19. Januar 2018

Buchweizen-Kastanien-Knäckebrot/Cracker

Ich liebe es mir als Snack Cracker oder Mais-/Reis-/Dinkelwaffeln zu schnappen, mir einen feinen Dip oder Aufstrich zu zaubern und dann ab aufs Sofa und ein bisschen Knabbern. Leider sind mir die meisten Cracker zu salzig, zu pappig, zu krümelig oder zu ungesund durch zu viel Weißmehl. Eines Tages kam ich auf die Idee mir Knäckebrot zu backen. Und im Schrank stand noch das feine (Ess-)Kastanienmehl... also zugelangt, etwas probiert und fertig - und diese Brotchips sind einfach umwerfend lecker!

Maronen

Kastanienmehl zum backen wird nicht aus den normalen Kastanien gemacht, die man im Herbst für die Kinder oder die Herbstdekoration sammelt. Gemeint sind natürlich Ess-Kastanien, also Maronen. Das verwendete Mehl habe ich nicht selber gemacht, leider habe ich keinen Zugang zu einem Esskastanienbaum. Aber in nahezu jedem Biolanden oder Reformhaus gibt es Kastanienmehl. Wenn man das Maronenmehl zum backen benutzt, kann mann man das normale Mehl in einer Menge von bis zu 20 % ersetzen (bei mehr leidet die Festigkeit des Gebäcks). Für unser Knäckebrot oder Cracker ist das aber egal, denn die sollen ja nicht locker und fluffig werden.

Maronen sind eine wundebare Bereicherung für die kalte Jahreszeit. Jeder hat sich mit Sicherheit schon einmal die Finger an einer heißen Tüte Maroni auf dem Weihnachtsmarkt verbrannt und wurde dann vom köstlichen, dampfenden Aroma entschädtigt. Auch unvergessen ist der arme erkältete Maronimann aus dem Kinderbuch "Die kleine Hexe" von Ottfired Preusler, dem die kleine Hexe hilfsbereit den Schnufen weghext und dafür sorgt, dass er sich die Finger nicht ständig verbrennt.

Als Winterhit präsentieren sie sich unter anderem durch ihren niedrigen Fettgehalt. Ihre vielfältigen Inhaltstsoffe wie hochwertiges Eiweiss, Kohlenhydrate, jede Menge Ballaststoffe, viele Vitamine und Mineralien zeugen davon, dass dieses kleine Multitalent nahezu das Zeug zu einem Grundnahrungsmittel hat. Die komplexen Kohlenhydrate bewirken einen hohen Sättigungsgrad und verhindern so Heißhungerattacken. Die Esskastanien weisen weiterhin einen hohen Anteil an Kalium auf. Kalium baut mit seiner basischen Wirkung überschüssiges natrium im Körper ab und begünstigt die Ausscheidung über die Nieren.  Weitere Inhaltsstoffe sind B-Vitamine, Vitamin C und E, antioxidative Flavoniode und Kalzium.

Maronen werden meist nicht roh verzehrt, sondern vor dem Genuß gekocht oder geröstet, bzw. gebacken. Die in ihnen enthaltene Stärke wandelt sich in Zucker um und sie erhalten ein nussig süßes Aroma. Sie schmecken sowohl herzhaft als auch süß zubereitet. Ich muss allerdings sagen, dass sie mir roh gut schmecken.

Buchweizen

Ach, Buchweizen. Ob wir jemals Freunde werden? Ich weiß es nicht so recht. Immer wieder versuchen wir beide es zusammen, aber irgendwie will es nicht klappen. Mir schmeckt Buchweizen einfach nicht. Bis zu diesem Rezept. Ich weiß bis heute nicht, warum ich das feine Kastanienmehl mit dem Buchweizenmehl gemischt habe. Und dann auch noch in diesem Verhältnis! So viel Buchweizen! Ich habe keine Ahnung. Aber ich konnte es nicht glauben: das Ergebnis war einfach nur lecker. 

Der name Buchweizen führt uns in die Irre: Wir haben es hier mit keinem Getreide zu tun, sondern mit Samen einer Pflanze aus der Familie der Knöterichgewächse. Ein paar Randinfos: In Buchweizen steckt viel hochwertiges Eiweiß, eine gute Protion Lysin und Vitamin E und B1 bzw. B2 (obwohl das nach dem Verarbeiten und Erhitzen mit den Vitaminen jaimmer so ne Sache ist). Mineralstoffe: Kalium, Eisen, Kalzium, Magnesium und Kieselsäure.

Interessant für mich ist der Buchweizen außerdem als Heilpflanze. Das in ihm vorkommende Rutin sorgt dafür, dass sich oxidative Schäden an Gefässwänden reduzieren und es somit zu einer Senkung des Blutdrucks kommen kann. Diese stärkende und aufbauende Wirkung zeigt auch als Vorsorge für Krampfadern als gutes Mittel der Wahl.

Rezept

Und so habe ich also eine Möglichkeit gefunden, dass ich doch hin und wieder Buchweizen zu mir nehmen kann. Und jetzt will ich auch gar nicht länger erzählen und kommen wir zum Rezept.

Buchweizen-Kastanien-Knäckebrot/Cracker

Zutaten
100 g Kastanienmehl
350 g Buchweizenmehl
2 gehäufte TL Johannisbrotkernmehl
1 TL Salz
100 g Butter (der Wahl, auch Alsan oder pfl. Margarine)
ca. 300 ml Reismilch
Grobes Meersalz, Brennnesselsamen, Sesam und Paranüsse zum Bestreuen

Kastanien- und Buchweizenmehl mit dem Johannisbrotkernmehl und dem Salz vermischen.
Die Mischung mit der Butter in kleinen Stücken und der Reismilch zu einem glatten, geschmeidigen Teig verarbeiten. Hier bei die Reismilch nach und nach dazu geben, bis der Teig die gewünschte Konsistenz erreicht hat.    
Den Teig dritteln und mit dem Nudelholz ausrollen.
Gewünschte Knäckebrotform ausstechen oder schneiden.
Teiglinge auf Backpapier legen und mit einer Gabel einstechen.
Mit wenig Wasser bepinseln.
Mit Salz, Sesam oder Paranüssen bestreuen und leicht andrücken.
Bei 200°C Umluft ca. 10-12 Minuten bis die Brote leicht gebräunt sind backen. Beim Backen wirklich aufpassen, die Knäckebrote verbrennen schnell ;).

♥ Happy Snacktime ♥

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