Jahresrückblick: Mein 2017

Veröffentlicht: Dienstag, 02. Januar 2018

Ich sitze hier auf meinen Sofa, neben mir liegen die beiden Katzen und irgendwo dazwischen auch mein Hund. Wir haben den 31. Dezember 2017, der letzte Tag in diesem Jahr. Der ein oder andere wird sich wundern, dass ich nicht unterwegs mit Freunden bin, aber ich gehe sehr ungern feiern an Silverster (nunja... ich gehe eh total ungern feiern). Das ist einfach nicht mein Ding. Es gibt ein paar Tage im Jahr, die mir irgendwie heilig sind. Und Silvester und Neujahr gehören dazu. Es sind für mich Tage des Reflektierens und des Vorrausschauens. Tage, die ich irgendwie verträumt und in Gedanken verbringen möchte. Ich nutze Neujahr zum Orakeln und lege mir jedes Jahr Karten für das neue Jahr. Jedes Jahr bin ich aufgeregt, was mir zu Teil werden wird. Letztes Jahr habe ich Karten bekommen, deren Bedeutung mir jetzt so klar und deutlich vor Augen liegt. Doch als ich sie gezogen habe, konnte ich kaum etwas mit Ihnen anfangen. Ich bin gespannt, was da morgen auf mich wartet.

Doch jetzt möchte ich zurückschauen auf 2017. Auf dieses Jahr, dass mich in mancher Hinsicht ziemlich in den Hintern getreten hat. Ich hatte tolle Zeiten, verzweifelte Zeiten, schlechte Zeiten und harmonische Zeiten. Es hat mich stark wachsen lassen und ich habe mich neu kennengelernt. Ich bin einen goßen Schritt weiter auf die Frau zugegangen, die in mir schlummert. Und ich habe sie geweckt. Es fühlt sich wunderbar an, vertraut, aber auch irgendwie... anders. 


Spirituell

Ich habe weiter oben ja schon erwähnt, dass ich jedes Jahr Karten ziehe. Unter anderem habe ich die Tarotkarte 6 of Vessel gezogen, Re-Union. Wiedervereinigung. Was sollte das nur bedeuten? Viele mögliche Themen kamen mir in den Sinn. Doch das, was es letztendlich war, hatte ich mir nicht erträumen lassen: Ich habe mich mit mir selbst wiedervereinigt. Ich habe verstanden wie meine ureigene Magie funktioniert, welches Element mir schon immer am nächsten war. Plötzlich habe ich es verstanden und ein Knoten ist geplatzt. Pure Magic. Meine Pflanzenkommunikation ist seit dem auf einem ganz anderen Level.
Im Sommer habe ich die zweite Reiki Einweihung bekommen. Wir (mein kleiner Tribe und ich) haben eine ganze Nacht auf dem Dörnberg zwischen den Helfensteinen verbracht und mit der aufgehenden Sonne wurden wir nacheinander initiiert. Es war nicht so einschlagend und weltumstoßend wie die erste Einweihung, aber dennoch sehr ergreifend und wunderschön.


Die Welt der Kräuter/Heilpflanzen

Nach meiner Phytotherapieprüfung im November 2016 war ich irgendwie ernüchtert. Meine magische verzauberte Pflanzenwelt sollte gar nicht so geheimnisvoll sein? Zum Beispiel: Im Thymian haben Wissenschaftler ein ätherisches Öl, Thymol, gefunden und das hilft bei Erkältungsbeschwerden. Thats it? Mehr ist diese Pflanze nicht wert? Was ist mit ihrem Wuchs, ihrer Ausstrahlung, ihrem bevorzugten Wuchsort, ihrem Duft, ihrem Sinn für Humor, ihre Anziehungskraft auf Bienen, der Farbe ihrer Blüten und die Form ihrer Blätter? Eine Pflanze ist so viel mehr als ihre Reduzierung auf einen in ihr vorkommenden Wirkstoff. An meiner Enttäuschung hatte ich ein bisschen zu knabbern, aber ich bin wieder auf dem Weg.
Ich habe im Frühling begonnen Bachblütenessenzen herzustellen. Es ist herrlich seine eigenen Blütenessenzen herzustellen und es erweitert die normale Heilkunde um ein Vielfaches.
Weiterhin kennt - denke ich - jeder der sich mit Heilpflanzen beschäftigt, dieses Phänomen: Eine bestimmte Pflanze fängt an, an unserer Seele zu ziehen und ruft uns. Wir fühlen uns magisch zu ihr hingezogen, sie erscheint plötzlich überall. Bei mir waren es im Frühsommer der Erdrauch, im Sommer der Hafer und jetzt zu Yule ist es die Kiefer.
In verschiedenen schamanischen Reisen habe ich den Erdrauch besucht und habe viel Zeit im Garten mit ihm verbacht. Mir hat sie plötzlich die Möglichkeit eröffnet, mich mit meinem Platz in der Welt zu versöhnen. Sie spricht eine wunderschöne, tiefe Sprache und erzählte mir vom Lauf der Zeit und den Kreis unserer Vorfahren, bis genau jetzt. Alles mündet in uns und macht uns zu etwas ganz Besonderem.
Meine Erfahrungen mit dem Hafer waren dagegen ganz handfester Natur. Ich habe lange gebraucht, bis ich die passende Saat gefunden habe. Letztendlich bin ich bei unserem befreundeten Biohof fündig geworden (vielen dank an dieser Stelle!). Und dann habe ich ihn ausgesäht. Und gewartet und gewartet und gewartet. Ich wartete auf den Moment an dem die Haferfrüchte noch nicht ausgereift, sondern kurz davor sind, wenn sie noch grün sind. Quetscht man sie an, tritt eine weiße Milch aus. Und genau diesen Moment habe ich gebraucht. Milky Oats. Sie haben mich gerufen. ♥.
Und zu Yule die Kiefer. Was für ein wunderbarer Baum. So wunderschön und so voller Weisheit. Ich habe Tee aus ihren Blättern gebraut und getrunken und meinen ganzen Körper mit einem starken Aufguss gespült. Wundervoll. Wir haben miteinander Zeit verbracht und ich habe begonnen sie sehr zu lieben.


Gesundheit

Durch verschiedene familiäre Umstände war es zu Beginn des Jahres für mich nicht einfach. In mich hinein gefressener Ärger und nicht Ausgesprochenes haben wahrscheinlich viel dazu beigetragen: Im März 2017 ist mir eine Zyste am rechten Eierstock geplatzt. Frei nach dem Motto: Wenn Du nicht platzt, platze ich. Ich wusste bis dahin nicht mal, dass ich eine Zyste habe. Es war schmerzhaft. Sehr schmerzhaft. Und die Schmerzen zogen sich Monate. Ich war beim Frauenarzt und auch beim Hausarzt, habe mich komplett mit Blutuntersuchungen, Ultraschall, blablabla durchchecken lassen, um feststellen zu lassen, ob vielleicht doch noch etwas anderes die Ursache für meine Schmerzen sein könnte. Erst ab Mitte des Jahres habe ich ein Mittel gefunden, was mit geholfen hat: Mönchspfeffer. Ich habe in Susun Weeds Buch Down There gelesen, dass Mönchspfeffer gegen Schmerzen bei Ovarialzysten helfen kann. Das hat total mit mir resoniert. Also habe ich mir eine Tinktur von Ceres bestellt (Agnus Castus). Es war wie eine Offenbarung. Drei Tage nach dem ich angefangen habe die Tinktur zu nehmen, waren meine Schmerzen weg. Unmöglich. Das konnte doch nicht sein! Monate mit Schmerzen und dann drei Tage 3 x 5 Tropfen und die Schmerzen sind weg! Wahnsinn. Ich habe den Mönchspfeffer 6 Wochen genommen und dann eine Pause eingelegt. Mittlerweile nehme ich allerdings meine selbst hergestellte Tinktur für vier Wochen am Stück, wenn es da unten mal wieder muckt.
Weiterhin hatte ich im Herbst eine Phase von vier Wochen Kopfschmerzen am Stück. Genau wie meine Mama. Wir sind sehr wetterfühlig und vermutlich lag es daran.


Die Magie der Hühner

Hühner? Ja, Hühner. Im Juli sind 8 Hühner bei uns eingezogen. Mein Mann hat einen süßen mobilen Stall auf einem ausrangiertem Anhänger gebaut. Das Hennenhaus sieht aus wie ein kleines, schwedisches Haus auf Rädern ♥. Einfach allerliebst. Mit dem Einzug der Hühner hat ein weiteres Kapitel meiner perEntwicklung begonnen. Hühner bringen eine ganz besondere Art von Magie mit sich. Und mich haben sie verzaubert. Als Einstreu für den Stall habe ich, nach einigen Versuchen mit Streu und Stroh, Heu genommen. Das Heu habe ich selbstgemacht (also... ihr wisst schon). Von dem Gräsern aus unserem Garten und unserer Wiese hinter dem Haus. Per Hand habe ich das Heu gewendet, tagelang. Und während dieser Arbeit hat irgendetwas in mir angefangen zu klingen. Als würde ich schon tausend mal Heu gemacht haben... Wie eine Erinnerung, die viel älter ist als ich. Eine Erinnerung an das Land unter meinen Füßen, die Luft in meinen Lungen und die Sonne auf meinen Wangen... und je öfter ich Heu machte, desto tiefer tauchte ich ein in ein Mysterium, verwurzelte noch tiefer mit meiner Heimaterde, versöhnte mich mit mir selbst und erkannte, dass ich genau an dieser Stelle zu genau dieser Zeit hier sein sollte...
Zur Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche hat der Habicht leider zwei meiner Hennen geholt. Schon kurze Zeit später bekamen wir einen Anruf von einem befreundeten Bauern, der dabei war seine Hähne zu schlachten und wusste, dass wir noch einen Hahn suchten. Mein Mann und ich ließen kurzerhand unsere Grafikstifte fallen und sausten hin. Und so kamen wir zu unserem Hannibal und die Hennen zu ihrem Hahn. Als ich Hannibal zu unseren Hennen brachte und frei ließ, stiegen mir die Tränen in die Augen. Es hatte den Anschein, als wäre er total überfordert, hätte noch nie Gras unter seinen Füßen gehabt und wäre noch nie mehr als 20 Meter am Stück gelaufen. Er war nicht in der Lage die Hühnerleiter hoch zu gehen, er fiel ständig herunter. Und war er einmal im Häuschen, schaffte er es nicht heraus. Und so habe ich ihn tagelang abends rein getragen und morgens rausgelockt. Das arme Ding. Inzwischen ist er allerdings total super drauf und ich bin sehr stolz auf ihn. Er kümmert sich ganz zauberhaft um seine Ladies.
Ein paar Tage später sollte sich unsere Schar noch einmal erweitern. Von einem nahe gelegenen Kindergarten kam die Frage, ob wir ein paar der dort geschlüpften Küken nehmen könnten, der Platz sei einfach nicht mehr ausreichend. Und so zogen weitere vier Hühner zu uns. Und nun ist der Kreis geschlossen. Meine kleine Hühnerfamilie besteht aus sechs Hennen, einem Hahn und vier Küken.
Hühner sind wundervolle Tiere. Sie haben mein Leben verändet und ich bin jeden Tag dankbar für meine Schar. Und das bringt mich gleich zum nächsten Punkt.


Ernährung

Seit ich mich intensiv mit Pflanzenheilkunde beschäftige, habe ich angefangen wieder Honig in meine Ernährung bzw. Gesundheitsvorsorge zu integrieren. Honig hat heilende Eigenschaften und ist für mich eine Bereicherung. Ich habe die Möglichkeit an regionalen Honig zu kommen, wo der Imker nahezu jede Biene mit Namen kennt. Und das nächste, was ich wieder in meine Ernährung integriert habe, sind Eier. Seit wir unsere Hühner haben, esse ich wieder Eier. Eier von unseren eigenen Hühnern. Und ich bin total happy damit. Hier können sie frei leben, streifen den ganzen Tag durch unseren Garten und die Weide (und haben damit ungefähr 5000qm Auslauf) und ich weiß, was sie fressen, was sie trinken und ihre werdet es nicht glauben: Vier von ihnen sind wahre Schmusehühner!


Weben und Stricken

Im Sommer bin ich irgendwie nicht wirklich in der Lage richtig produktiv zu sein. Ja, natürlich mache ich Pflanzenmedizin und arbeite im Garten und in der Agentur, aber so wirklich schöpferisch bin ich nie. Das ändert sich dann erst wieder mit der Zeit um die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Und so habe ich diesen Sommer meinen Webrahmen rausgekramt und begonnen zu weben. Und zu stricken. Und zu knüpfen. Ich habe viele Armbänder gewebt, Stulpen gestrickt und Traumfänger geknüpft. Dabei habe ich festgestellt wie glücklich mich das macht. So wie unter meinen Händen ein Armband oder eine Stulpe entsteht, so weben sich auch die Lebensfäden der Menschen ineinander, unsere Schicksale verbinden sich und werden zu einem festen Gewebe. Auch wir können unser Leben aktiv gestalten und anfangen die Fäden in die Hand zu nehmen!


Everyday Life

Im Herbst hatten wir eine harte Zeit in der Agentur. Selbständig sein ist nicht einfach und manchmal ist es eine sehr große Herausforderung. Das wird dann leicht existentiell, wenn man sich irgendwann nicht nur fragt wie man Rechnungen bezahlen soll, sondern auch was und wie man etwas zu Essen kaufen soll. Doch wir lassen uns nicht unterkriegen. Und so haben wir begonnen uns etwas neu auszurichten, beziehungsweise ein neues Standbein auf zu bauen.
Zum ersten Adventswochenende war ich Teil einer Fotoausstellung und habe sogar zwei meiner Bilder verkaufen können.


Seelenpflanzen-Kalender

In dieser Phase ist auch mein Seelenpflanzenkalender entstanden. Ich bin für jeden einzelnen verkauften Kalender dankbar, denn es hat uns wirklich geholfen über einen Teil des Winters zu kommen. Ich danke jedem einzelnen von euch da draußen für die Unterstützung! Aus diesem Projekt heraus sind wunderbare Kooperationen entstanden und ich arbeite bereits an vielen weiteren Projekten, in die ich nicht nur meine Nächte, sondern auch mein ganzes Herz stecke.


Was ist zu kurz gekommen?

Meine Hochbeete, definitiv. Das gefällt mir gar nicht. Aber es war durch die Unterleibsschmerzen nicht so einfach dann parat zu sein, wenn ich musste. Das möchte ich 2018 wieder ändern. Mein Konzept wird sich etwas ändern, ich werde mich von einem der Hügelbeete verabschieden und dort Rasen wachsen lassen. Und oben drauf einen feinen süßen Sitzplatz herrichten.


2017

war für mich ein Jahr mit vielen Tiefen und vielen Höhen. Zeiten der Zurückgezogenheit und Zeiten der Freiheit und Freude. Der Fokus lag nicht nur auf innerem Wachstum, ich habe es auch geschafft in der äußeren Welt etwas zu bewirken. Ich habe Freundschaften vertiefen und erkennen können. Mein Kobold ist zu einem selbstbewussteren kleinen Jungen herangewachsen und in sein letztes Kindergartenjahr gestartet. Nächstes Jahr wird er schon in die Schule gehen! Ich kann es kaum glauben.
Und ich habe mich entschieden meinen Alten Blog still zu legen. Ich bin nicht mehr die, die ich damals war. Hier kann ich wieder frei atmen. Der Schritt musste reifen, aber als mir alles klar wurde, war es dann doch ganz leicht. Der alte Blog bleibt bestehen und alle Artikel bleiben online.


Oft war ich im letzten Jahr einfach nur eine überforderte, völlig überarbeitete, müde Mutter. Doch ich habe wie in keinem anderen Jahr gelernt, dass alles in Wellen kommt und geht. Auf die Ebbe folgt die Flut. Wir müssen vertrauen.

2017, ich danke dir für alles, was Du mir gegeben hast. Ich danke dir für alle kleinen Samenkörner die ich pflanzen konnte.

♥ ... und nun gehe ich mit Freude und Hoffnung im Herzen in das neue Jahr. ♥


PS.: Mittlerweile ist es der 2. Januar. Gar nicht so einfach über das vergangene Jahr zu reflektieren, wenn so ein kleiner Fliegenfranz ständig mit mir Lego bauen, was zu essen haben oder gekuschelt werden will. Hehee ♥.

 

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